Suche einer Karsthöhle mit Geoelektrik

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Aufgabe

Neben einer bekannten Karsthöhle wurden weitere Höhlen vermutet. Mit kostengünstigen geophysikalischen Mitteln sollten geeignete Bohransatzpunkte aufgezeigt werden.

 

Messprogramm

Widerstandssondierungskartierung (2D-Tomografie)

 

Vorgehensweise/Ergebnisse

Zur Erkundung wurde eine Messlinie mit der sog. Widerstandssondierungskartierung quer über die bekannte Höhle bis in Nachbarbereiche vermessen. Es wurde eine Multielektroden-Messanordnung nach Wenner mit einer Erkundungstiefe von ca. 35 m verwendet.
Die Abbildung 1 zeigt die gemessenen Widerstandsdaten als Pseudotiefenschnitt. Darin sind die unverarbeiteten Messdaten in Form des scheinbaren spez. Widerstandes als Funktion der Länge der Messanordnung (= Pseudotiefe) aufgetragen.
In Abbildung 2 ist das durch rechnerische Inversion abgeleitete Tiefenmodell des spez. Widerstandes dargestellt. Gegenüber der Pseudotiefendarstellung verbessert sich vor allem die Lagen- und Tiefenangabe.
Der große Pfeil (bei 42 m) zeigt auf die Position der bekannten Höhle. Sie macht sich im Tiefenschnitt durch ein starkes Maximum des spez. Widerstandes bemerkbar. Die tatsächliche Lage und die Lage nach der Geoelektrik stimmen sehr gut überein.
Eine weiteres, etwas schwächeres Maximum ist bei Profilmeter 87 und ein sehr schwaches bei 184 m zu sehen (siehe Pfeile). Ersteres ist eine Stelle, an der mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls mit einer Höhle gerechnet werden muss. An der zweiten Stelle bei 184 m ist die Hohlraumwahrscheinlichkeit geringer. Hier könnten auch Inversionseffekte, die durch die Randlage bedingt sind, Mitverursacher des kleinen Maximums sein.