Schnellprüfung von Geschossdecken mit Radar

copyright by GGU Karlsruhe, Deckenaufbau 2011Download

 

Aufgabe

Bei der Sanierung und Umnutzung von Geschossbauwerken sind Kenntnisse des Aufbaus der Geschossdecken verlangt, sofern die Statik betroffen ist. U.U. sind nur unzureichende oder keine Bauunterlagen vorhanden. Eine Bestandsaufnahme wird damit notwendig. Die zerstörungsfreie Prüfung (zfP) kann dazu einen Beitrag liefern. Fragestellungen sind häufig: Holz, Stein oder Beton, Gewölbe, Bewehrung, Stahlträger oder Holzbalken, Dicken, Abstände und Überdeckung.

 

Messprogramm
  • Radar und Metalldetektor

 

Vorgehensweise

Gefragt waren schnelle, zerstörungsfreie Bestandsaufnahmen von Deckenkonstruktionen während des laufenden Betriebs in den Gebäuden. In diesem Sinne wurden nur soviel Messungen durchgeführt, wie für die Beantwortung der Fragestellung notwendig waren. In der Regel waren dies 2 Messlinien in eine Richtung und 2 quer dazu. Auf Detailmessungen ist in diesem Rahmen verzichtet worden.

 

Ergebnisse

Die Abbildung rechts zeigt Radardaten (Radargramm ~ Schnitt durch die Decke) von verschiedenen Deckenkonstruktionen. Die Deckenart ist daraus ableitbar. Mittels Detailmessung können bei Bedarf noch nähere Angaben geliefert werden (z.B. genauer Bewehrungsverlauf).

A: Steindecke mit I-Stahlträger

B: links: Flachgewölbedecke, Mitte: Wand/KW,
rechts: Holzbalkendecke

C: links: Flachgewölbedecke, Mitte: Wand/KW,
rechts: Stahlbetondecke, untere Bewehrungslage

D: Kappendecke, I-Stahlträger

E: Stahlbetondecke, untere und obere Bewehrungslage, dazwischen aufgebogene Bewehrung zum Deckenrand

F: links: Stahlbetondecke, untere Bewehrungslage,
Mitte: Wand/KW,
rechts: Hohlkammerdecke, Stoßfugen, Bewehrungslage